Niedersächsisches Hundegesetz

Gestern Abend gab es in der Hundeschule unseres Vertrauens Informationen rund um das niedersächsische Hundegesetz. Ich will mich jetzt gar nicht über die Sinn- oder Unsinnhaftigkeit dieses Gesetzes auslassen. Ich finde es gut und richtig, wenn ein Tierhalter eine Haftpflichtversicherung für sein Tier abschließen muss. Zumindest für Hundehalter ist das jetzt verpflichtend geregelt.

Ich finde es auch gut und richtig, dass man „sachkundig“ sein soll, wenn man ein Tier hält. Allerdings würde ich mir wünschen, dass man nicht nur zur Haltung eines Hundes sachkundig sein muss. Wer ein Tier hält, egal ob es sich um Hund, Katze oder Maus (oder die unendlich vielen anderen Haustiere) handelt, sollte sich immer vorher ausreichend mit dem Wesen des Tieres auseinandersetzen um zum Beispiel zu wissen, wie es artgerecht gehalten wird.

Gut, auch dies ist für Hunde nun also geregelt. Zumindest in einem gewissen Umfang. Bemerkenswert finde ich, dass dieses Gesetz zum Beispiel Tierärzten die Sachkunde quasi „automatisch“ zuspricht, und zwar völlig unabhängig davon, ob sie jemals einen Hund gehalten haben.

Es wird also davon ausgegangen, dass JEDER Tierarzt, auch der, der überwiegend Kühe, Schweine und Schafe betreut, aufgrund seiner medizinischen Ausbildung (die ja durchaus auch ein paar Jahre zurückliegen kann) die erforderlichen Kenntnisse über z.B. das Sozialverhalten von Hunden und rassespezifischen Eigenschaften von Hunden, das Erkennen und Beurteilen von Gefahrensituationen mit Hunden und das Erziehen und Ausbilden von Hunden verfügt. Und dies sind noch nicht alle Punkte, die in der theoretischen Sachkundeprüfung nachgewiesen werden müssen. Ich will Tierärzten nun wirklich nicht ihre Sachkenntnis über Tiere absprechen, davon bin ich weit entfernt. Allerdings, kann Hunde-Sachkunde so wie oben beschrieben, allein durch eine tiermedizinische Ausbildung erworben werden? Wohl kaum.

Außerdem wird davon ausgegangen, dass JEDER, der in den letzten zehn Jahren zwei Jahre ununterbrochen einen Hund gehalten hat (wie und unter welchen Umständen ist dabei nicht relevant) diese Sachkenntnis ebenfalls hat. Also auch der, der seinen Hund rund um die Uhr im Zwinger oder im Keller hält. Das ist eigentlich kaum zu glauben und kann doch wohl nun wirklich nicht ernst gemeint sein! Ich will mich ja gar nicht aufregen, aber das finde ich schon mindestens sehr seltsam.

Ich glaube, wenn man wirklich dafür sorgen will, dass nur sachkundige Menschen Hunde halten (ein Ansatz, den ich prinzipiell gut und richtig finde), muss man eine andere Herangehensweise wählen. Was meint Ihr?

Kommentare

  1. Wichtig dabei ist, dass das Gesetz die Menschen schützen soll – nicht die Hunde! Hintergrund ist, dass (zu viele) Hunde Menschen angegriffen haben. Doch natürlich ist der Ansatz des Gesetzes schon Müll! Halte die Hunde artgerecht, behandele sie gut, dann passiert auch nichts. Zwingerhaltung wird nicht verboten und kontrolliert werden nicht die Bedingungen, wie Hunde gehalten werden. Sondern nur, ob der Halter „Sachkundig“ ist und ob er eine Versicherung hat. Es ist ein Trauerspiel mit unseren Politikern. Populismus pur, ohne Sinn und Verstand …

  2. Ups…
    Sonst keiner eine Meinung dazu? Oder blödes Thema?
    Na gut, belassen wir es also erst einmal dabei.

  3. Eigentlich könnte es mir ja egal sein. Nach 30 Jahren Hundehaltung und mehreren Prüfungen betrifft mich das nicht persönlich. Eine Versicherung hatte ich auch schon immer. Trotzdem finde ich es einfach ätzend.

    Schwachsinniges Gesetz, echt mich nerven die zig Verordnungen, haben die nichts besseres zu tun als immer an den Hundehaltern rumzumachen. Gut, natürlich ist Sachkunde wichtig – bei jeder Tierhaltung. Aber, wenn ein Mensch glaubt eine Pflicht ändert da was, glaub ich nicht. Es ist in der Regel doch nicht die fehlende Sachkunde, sondern das fehlende Verantwortungsbewusstsein. Sollen sie doch bei Vorfällen richtig saftige Strafen, je nach Vergehen, bis hin zum Tierhaltungsverbot einführen. Dann trifft es die Richtigen und den Rest der Hundehalter sollen sie doch bitte in Ruhe lassen.

    Ich wäre dafür dem Vetamt mal kräftig in den Hintern zu treten, das selbst bei Anzeigen nicht wirklich in die Gänge kommt. Ich wäre für Sachkundeprüfung bevor man Kinder in die Welt setzen darf, denn es werden weit mehr Kinder von Menschen mißhandelt als von Hunden gebissen. Ich wäre für Privathaftpflichtversicherung für alle Menschen, denn es werden weit mehr Menschen durch Menschen verletzt, getötet, geschädigt, als von Hunden gebissen. Und wie sieht es aus mit dem Führen eines PKWs, trotz Führerscheinprüfung Tausende von Verletzten und Toten.

    Nee, jetzt reg ich mich wieder ab.

    LG Soni

    • Da hast Du wohl recht Soni, nur immer noch mehr und noch detailliertere Regelungen und Gesetze bringen uns einfach nicht weiter. Verantwortungsbewußtsein ist jedenfalls ein gutes Stichwort. Hätten davon viele Menschen mehr, wäre vieles einfach selbstverständlich und müsste nicht erst kompliziert „verordnet“ werden.
      Sachkunde kann Verantwortungsbewußtsein natürlich nicht wirklich ersetzen. Leider wird – und auch da fürchte ich, dass Du recht hast – eine Verpflichtung zum Erwerb der Sachkunde keine Änderung herbeiführen. Denn etwas auswendig zu lernen für eine Prüfung führt natürlich auch nicht automatisch dazu, das Wissen dann auch zu behalten und anzuwenden.
      Ich weiß auch nicht, einerseits fände ich es eben gut, wenn die Leute sich mehr mit den Bedürfnissen ihrer Vierbeiner auseinandersetzen würden, dann hätten wir auch (vielleicht) nicht so überfüllte Tierheime. Andererseits, wo und wie soll man da anfangen? Da kommt man wirklich vom Hölzchen aufs Stöckchen.

  4. Wieviel Sachkunde bringt, sieht man ja beim Autofahren! Eine Prüfung musste auch jeder ablegen, aber bei manchen Verkehrsteilnehmern hegen sich bei mir da Zweifel…
    Kinderkriegen darf auch jeder, obwohl die Lebenserwartung eines Kindes die eines Hundes i.d.R. deutlich überschreitet.
    Es geht daher offenbar nicht um den Schutz der Tiere und DAS stört mich wieder.

    Ist schon mal jemand auf die Idee gekommen Autos abzuschaffen, weil von denen ein erheblich höheres Gefahrenpotential ausgeht als von Hunden? Gehört ein Ferrari zu den Kampfautos weil er mehr PS hat als ein Fiat Panda? Darf ich ein solches Gefährt erst nach Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses bedienen? Nein, natürlich nicht, sowas wäre undenkbar.
    Aber Hunde werden stigmatisiert, weil sie im falschen Fell stecken. Ich kann auch mit einem Küchenmesser jemanden umbringen, genauso wie ein Jack-Russel einem Kleinkind tödliche Bissverletzungen zufügen kann.
    Das Problem hängt immer am anderen Ende der Leine. Und wenn die Hunde richtig verkorkst sind, kommen sie ins Tierheim. Der Tierheimhund ist doch nicht als solcher ein Problemhund. Die Vorbesitzer haben ihn in der Regel dazu gemacht. Mich nerven einfach die Ansprachen: „Ach je, der ist aus dem Tierheim, ja da haben die Hunde ja auch einen Knacks weg.“
    Und ein Sachkundenachweis ist wieder die typische Erfindung eines Beamten. Ein paar Fragen beim Amtstierarzt und dann ist der Mensche sachkundig, klar!
    Eine Hundehaftplicht halte ich wie eine Privat-und Kfz-Haftpflicht für sinnvoll und das kann man auch durchaus gesetzlich regeln.
    Aber das Interesse und Verständnis für einen Hund (das ist doch kein Gebrauchsgegenstand!) kann mann nicht mittels Test vermitteln.

Sitz! und gib Laut:

Bitte frei Schnauze - keine Pfote vor die selbige nehmen!

Rechtschreibfähler werden hier freundlich icknoriert und wechgewedelt!

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