Kleines ungarisches Kochbuch – Projekt 52 Bücher

7. Woche

Das Fellmonsterchen hat in dieser Woche das Motto „Kochbücher“ ausgerufen.
Also gut. Mein erstes Kochbuch bekam ich zur Konfirmation – es ist mir bis heute ein Rätsel, was sich die Schenkenden dabei gedacht haben mögen.  Als 14-jährige interessierte ich mich für alle möglichen Dinge, aber ganz sicher nicht fürs Kochen.

Lange Zeit – deutlich bis in mein Erwachsenen-Leben hinein – bestand mein Küchenrepertoire an Gerichten, die ohne Fertigbestandteile auskamen, ausschließlich aus mit Käse überbackener Zwiebelsuppe (diese allerdings immer wieder von allen gerne gegessen und hochgelobt).

Als mich das erste Mal der Wunsch überkam auch etwas anderes fabrizieren zu können, weil ja Liebe bekanntlich durch den Magen geht, waren meine Eltern bereits ausgezogen und ich musste deshalb in Küchenfragen die Hilfe meiner damaligen Kollegin beanspruchen, der ich bis heute dankbar bin für ein kinderleichtes Rezept für eine richtig leckere Käse-Schinken-Sauce. Vielleicht sollte ich jetzt nicht erwähnen, dass ich diese Sauce in meinem bis dahin ausschließlich der berühmten Zwiebelsuppe gewidmeten Topf kochte, und diesen – angesichts der nach dem Essen erwarteten Aktivitäten – mit den noch darin befindlichen Resten schnurstracks aus dem Weg  (sprich in den Backofen)  räumte. Erwähnte ich schon, dass zu jener Zeit richtiges Kochen in meiner Küche kaum vorkam?

Wenige Wochen später musste ich dann den Topf mit samt seinem darin inzwischen zu bunt schillernden Fäden angewachsenen Inhalt komplett entsorgen. Und dabei flossen mehr Tränen, als am Ende so mancher Liebschaft. Ich habe ohne diesen sehr speziellen Topf dann auch tatsächlich die Zwiebelsuppe nie wieder so gut hinbekommen.

Aber worum ging es doch gleich? Ach ja, Kochbücher.

Nach mehreren Ungarn-Urlauben stand fest, dass ich doch irgendwie kochen lernen muss.  Denn was dort in den Wirtshäusern serviert wird, gibt es nicht als Fertiggericht. Und außerdem darf man ja irgendwann auch mal so etwas wie ein Gespür für die Küche entwickeln. So dachte ich jedenfalls und warf alle Befürchtungen über Bord, mich damit zur Küchensklavin auf Lebenszeit zu machen. Nachdem ich also mutig äußerte, die ungarische Küche in heimischen Gefilden nachzukochen nicht nur Bereit sondern auch Willens zu sein, bekam ich das „Kleine ungarische Kochbuch“ von Karoly Gundel.

Ausprobiert habe ich aus diesem sehr hübsch aufgemachten Büchlein zwar nur ganz wenige Rezepte, diese aber dafür umso lieber. Wer es gerne deftig mag und keine Angst vor Kalorien hat (das sind diese kleinen Tierchen, die nachts im Kleiderschrank die Sachen enger nähen) wird die ungarische Küche lieben. Vegetarier werden sich an die Nachspeisen halten müssen, da die ungarische Küche wirklich sehr fleischhaltig ist. Ungarn ist berühmt für das, was wir fälschlicherweise Gulasch nennen. Gulasch ist in Ungarn nämlich eigentlich eine Fleischsuppe. Das was wir als Gulasch kennen, nennt der Ungar „Pörkölt“  oder – wenn mit weißem Fleisch zubereitet – „Paprikasch“, oder aber wenn das Fleisch in Streifen geschnitten wurde „Tokany“. Das alles und noch viel mehr lernt man nebenbei in diesem schönen Büchlein. Ich habe eben beim Nachlesen festgestellt, dass ich noch nie eine der vielen Nachspeisen ausprobiert habe. Das werde ich nun bald einmal nachholen.

So richtig klassisch kochen gelernt habe ich dann trotzdem erst viele Jahre später. Und dabei hat mir dieses Buch von James Peterson geholfen, das sehr gut und detailliert viel Wissen rund ums Kochen und Zubereiten vermittelt:

 Alles, was ich mit Hilfe dieses Buches ausprobiert habe, ist bisher gelungen. Und inzwischen wage ich manchmal sogar ganz keck zu behaupten, dass ich zumindest ein bisschen kochen kann.

Kommentare

  1. Ein schöner Beitrag! Diese ersten Kochversuche machen wohl viele. Schade um den Verlust des Topfes. Ich habe auch so einen Zwiebelsuppentopf, der im Moment auf dem Schrank sein Dasein fristet, da der Griff am Deckel kaputt ist. Aber der Gatte meint, er kriegt das hin *hoff*.

    • Na dann drücke ich mal die Daumen, dass die Reparatur klappt.

      Mein heißgeliebter Zwiebelsuppentopf hatte übrigens gar keinen Deckel und war auch sonst eher alt und schäbig. Aber er war halt trotzdem sehr besonders… *schluchz*

  2. Das ist ein schöner Beitrag und für mich auch sehr gut nachvollziehbar.
    Jeder/Jede kennt so was, Mist das muss doch auch ohne Maggischummelei gehen, bei mir war es Gemüsesuppe man was habe ich da dran rumprobiert mit div Gemüsemischungen und div Rezepten, heute weiß ich, das es auch einfach nur Zeit braucht und einige Küchengewürze wie Loorbeerblätter schaden auch nicht.
    Einen meiner Lieblingshelfer habe ich von meiner Mutter geschenkt bekommen, am Anfang meinte ich auch, lass mich mit deinem QVC-TV Quatsch in ruhe, aber das Ding ist ganz praktisch, auch wenn ich keine Zwiebeln darin, aber Gemüse bearbeite. http://tiny.cc/genius_gnampf_a
    Nach und nach versucht man dann div Gerichte, ich lebe zwar in Bayern, aber die Lust auf Schweinsbraten hat mich noch nicht überwältigt.
    Smilie from www.bsmilies.de

    • Oh, Gemüsesuppe finde ich auch schwierig. Bis die wirklich richtig gut gelingt, braucht es ein wenig Übung. Aber ich habe ja nun auch noch die Kräuterspirale. Nächstes Jahr, wenn die Pflanzen dann so richtig anfangen zu wuchern, werde ich auch mal viel mehr mit Kräutern als Gewürz rumprobieren. Ich freu mich schon drauf.

      Das Helferlein wäre nichts für mich. Gerade das Schneiden der Zutaten (außer Fleisch, das muss Ralph schneiden) gehört für mich zu den unersetzlichen Kochritualen. Alerdings braucht man dann auch richtig gute Messer, und meine sind eigentlich nur mittelmäßig. Ich gerate ja immer in Verzückung, wenn ich diese mehrfach geschichteten japanischen Kochmesser sehe…. *schwärm* Aber so etwas kauft sich wahrscheinlich auch niemand, der nur ein oder zweimal pro Woche den Kochlöffel schwingt.

  3. Mich schuppert’s immer noch ein wenig bei dem Gedanken an den Topf und die Überreste… hihi… aber solche „Entdeckungen“ habe ich auch schon gemacht… ;) Und ja, schade um den Topf, das hätte mir auch leid getan.

    Ungarische Küche mit viel Fleisch… hach, lecker… (tief in meinem Herzen bin ich ja Vegetarier, aber… ) Ein schönes Kochbuch ist das jedenfalls. Macht Appetit…

    Liebe Grüße…

    • Dich schuppert’s? Lustig, den Ausdruck kannt ich noch gar nicht – wieder was neues gelernt!

      Hm ja, das Vegetarier-Dasein habe ich schon oft in Gedanken durchgespielt und auch schon ausprobiert. Aber auf Dauer ist das irgendwie doch nichts für mich. Allerdings entlaste ich mein Gewissen regelmäßig damit, dass ich erstens sehr wenig Fleisch esse, und zweitens sowieso nur dann Fleisch esse, wenn ich weiß, wo es herkommt. Wir haben da einen Bioland-Hof in der Nähe, wo wir Fleisch und Wurst kaufen – und ansonsten verzichte ich im Zweifelsfall lieber drauf.

      Aber das Kochbuch ist wirklich klasse, ich habe nur bisher viel zu wenig daraus ausprobiert….

Sitz! und gib Laut:

Bitte frei Schnauze - keine Pfote vor die selbige nehmen!

Rechtschreibfähler werden hier freundlich icknoriert und wechgewedelt!

*

*
Um halbwegs sicher zu sein, dass Du ein menschliches Wesen bist, trage bitte das Anti-spam Wort ein.
Anti-spam image

http://www.wauzelwelt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_bye.gif  http://www.wauzelwelt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_good.gif  http://www.wauzelwelt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_negative.gif  http://www.wauzelwelt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_scratch.gif  http://www.wauzelwelt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_wacko.gif  http://www.wauzelwelt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_yahoo.gif  http://www.wauzelwelt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_cool.gif  http://www.wauzelwelt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_heart.gif  http://www.wauzelwelt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_rose.gif  http://www.wauzelwelt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_smile.gif  http://www.wauzelwelt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_whistle3.gif  http://www.wauzelwelt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_yes.gif  http://www.wauzelwelt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_cry.gif  http://www.wauzelwelt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_mail.gif  http://www.wauzelwelt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_sad.gif  http://www.wauzelwelt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_unsure.gif  http://www.wauzelwelt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/wpml_wink.gif 
http://www.wauzelwelt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/dj_knuddel.gif  http://www.wauzelwelt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/dj_tippel.gif  http://www.wauzelwelt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/dj_dance.gif  http://www.wauzelwelt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/dj_dark.gif  http://www.wauzelwelt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/dj_wut.gif  http://www.wauzelwelt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/dj_zunge.gif  http://www.wauzelwelt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/dj_girl.gif  http://www.wauzelwelt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/dj_green.gif  http://www.wauzelwelt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/schulterklopf.gif  http://www.wauzelwelt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/schlabber.gif  http://www.wauzelwelt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/WZ_rolleyes.gif  http://www.wauzelwelt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/WZ-tanzen.gif  http://www.wauzelwelt.de/wp-content/plugins/wp-monalisa/icons/WZ_prost.gif 
 
%d Bloggern gefällt das: