The Killing Fields – Projekt 52 Bücher

9. Woche

Das Fellmonsterchen fragt in der neunten Projektwoche nach

„Büchern, deren (an sich lesenswerter) Inhalt Euch so mitgenommen hat, dass Ihr aus emotionalen Gründen nicht weiterlesen konntet“.

Das Motto wurde vorgeschlagen von Ralph. Ich habe lange überlegt und mir ist zwar ein Buch eingefallen, das ich mal aus Ärger wieder beiseite gelegt habe, weil es einfach völlig blöd und stumpf war. Aber das bekommt von mir nun nicht auch noch einen Beitrag spendiert, nee!

Dann habe ich überlegt, das Motto völlig zu ignorieren, und etwa über ein kleines, feines Büchlein zu schreiben, das gerade gestern den Weg zu mir gefunden hat. Aber das muss nun doch noch warten. Denn heute früh – aus welchen Gründen auch immer  – ist mir eingefallen, dass es doch ein Buch gibt, das ich nicht weiterlesen konnte. Ich fand es so schlimm, dass ich es scheinbar völlig verdrängt hatte.

Es handelt sich um das Buch „The Killing Fields“ von Christopher Hudson. Der Roman zu einem Film aus dem Jahr 1984, für den Mike Oldfield die Filmmusik geschrieben hatte. Da ich Mike Oldfield großartig fand (und noch finde) dachte ich mir, kauf Dir halt mal das Buch zu dem Film, für den er die Musik …. usw.
Ich hatte mich vorher nicht wirklich mit dem Inhalt des Filmes bzw. des Buches auseinandergesetzt. Vielleicht hätte ich das Buch sonst auch nicht gekauft. Dort sind Szenen geschildert, mit denen ich weder klarkommen konnte noch wollte. Ich werde deshalb auch hier nichts Detailliertes darüber schreiben, nur so viel: Nicht nur die blutigen Schilderungen eines unmenschlichen und widerwärtigen Massengemetzels waren für mich abstoßend und weckten in mir Zorn und Verzweiflung darüber, was Menschen sich gegenseitig antun, und Verständnislosigkeit darüber, dass man überhaupt dies dann auch noch Wort- und Detailreich beschreiben und einem sensationslüsternen Publikum vor die Nase halten muss. Nein, auch die Rolle, die Reporter in solchen Situationen spielen (Immer draufhalten, alles mitnehmen, je grausiger desto besser) hat mich dermaßen angewidert, dass ich das Buch geschlossen und seit dem erst ein einziges Mal wieder geöffnet habe (nämlich heute, um zu sehen, bis zu welcher Seite ich gelesen hatte – es war Seite 53). Die Bilder, die diese wenigen Seiten damals in meinen Kopf gebrannt haben, haben mich nächtelang sehr böse verfolgt. Manchmal ist Phantasie nichts gutes.

Es ist eine ganz furchtbare Geschichte, die leider auf einem realen Krieg basiert. Wie so viele andere „Anti-Kriegsfilme“ ist auch dieser Film mit Lob überschüttet worden und hat viele Preise gewonnen. Ich habe ihn nicht gesehen. Ich kann solchen Dingen nichts abgewinnen. Ich weiß auch ohne (m.E.) reißerisch erzählte Geschichten und/oder Filme, dass ich Krieg schrecklich finde, und dass es in diesem rechtsfreien (Zeit-) Raum kaum etwas Perverses gibt, was Menschen sich nicht gegenseitig antun.  Aber ich wollte mich ja eigentlich nicht aufregen, sondern nur schreiben, welches Buch ich nicht zu Ende lesen konnte.
Dies also war es.

Die Filmmusik von Mike Oldfield  (ganz fix zu finden bei Yout*be) finde ich allerdings nach wie vor großartig.

Kommentare

  1. Das Buch wird wohl auch eher nicht den Weg zu mir finden…
    Einerseits finde ich es wichtig, dass in Sachbüchern auch einiges beschrieben wird, aber es sollte sich auf einige Szenen beschränken und dann mehr auf die Hintergründe eingegangen werden.
    Bei Büchern über den Holocaust z. B. ist es sicher nötig, auch auf einzelne Schicksale zu zeigen, damit man wirklich versteht, was es heißt, wenn Familien auseinandergerissen werden usw., anstatt nur die nackte Zahl von ca. 6 Millionen umgebrachten Menschen zu sehen, denn das ist eine so unvorstellbare Zahl, dass es — meine ich — aufgezeigt werden muss, was das wirklich im Einzelnen bedeutete. Aber auf hunderten von Seiten könnte ich es nicht ertragen, da gehören dann auch Fakten über die Hintergründe etc. dazu.
    Ich kann aber auch jeden verstehen, der vor solchen Büchern generell zurückschreckt. Und ich weiß nicht, ob ich mir noch mal „Schindlers Liste“ angucken würde, auch wenn es ein sehr guter Film ist. Das Buch dazu habe ich auch — aber noch nicht gelesen.

    • Silke meint::

      Das sehe ich auch so. Man muss schon auf bestimmte Dinge aufmerksam machen. Aber es ist immer auch die entscheidende Frage, wie man das tut. Und das ging bei diesem Buch ganz eindeutig viel zu weit und – zumindest nach meinem Empfinden – auch nur, um genug Leserschaft zu finden. Hätte man nämlich die Geschichte „nur“ so erzählt, wie Du es oben beschrieben hast, wäre wahrscheinlich das Interesse nicht ausreichend gewinnbringend gewesen. Vielleicht unterstelle ich da auch böses, aber ich fand jedenfalls, dass dieses Buch zu sehr eine gewisse „Schaulustigkeit“ bediente. Und das hat mich (auch) sehr aufgeregt.

  2. „Das Tagebuch der Anne Frank“ ist auch (fast) so ein Fall; ich „musste“ es lesen – die Schule zwang dazu. Doch heute bin ich dafür dankbar, es gelesen zu haben. Es hilft, wie Felli schon schrieb, beim Verständnis des Holocaust; durch einzelne Schicksale … Und wer ein Hirn hat und so etwas las, kann nie ein Nazi werden. Eine „gute Sache“ also …

    • Silke meint::

      Das Tagebuch der Anne Frank habe ich damals freiwillig gelesen. Es ist sehr hart. Und es hat sicher ganz viele Menschen aufgerüttelt – gut so.

  3. OMMA….kommentiert gerade

    Wünsche ein fantastisches 2012 für ALLE

    GLG Marianne

Sitz! und gib Laut:

Bitte frei Schnauze - keine Pfote vor die selbige nehmen!

Rechtschreibfähler werden hier freundlich icknoriert und wechgewedelt!

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