Ententanz und Schlittpfotenlauf

Alles genau im Visir!

Mona hat eine besondere Vorliebe für Vögel – ich erwähnte das bestimmt schon mal irgendwann, oder? Dabei ist es ihr relativ egal, ob es sich um eine Amsel handelt, oder ob es die deutlich größeren Krähen sind, die hier auf den Feldern spazieren gehen. Und auch Enten findet sie immer wieder spannend.  Sie hält gerne alles auf Trab, was Flügel hat.
Manchmal, wenn ich sehr wach und aufmerksam bin, erwische ich sie rechtzeitig vor dem Losflitzen und kann sie dann noch ablenken. Mit einem Dummie zum Beispiel oder auch mit einem „Wettlauf“ in die andere Richtung.
Erfolgreich ist alles, was mit Action zu tun hat.
Also versuche ich aufmerksam zu sein. Vor allem dann, wenn uns unsere Spazier-Runde regelmäßig an einem Teich vorbeiführt, der von allerlei Schwimmvögeln besucht wird. Vorsorglich ist sie da sowieso meistens an der Leine. Es geht aber auch ohne, wenn man sie frühzeitig zum Beispiel „Bei Fuß“ gehen lässt, oder irgendeine andere Konzentrationsübung mit ihr macht.

Der Schwierigkeitsgrad erhöht sich deutlich, wenn die Enten nicht einfach nur still am oder auf dem Teich herumsitzen bzw. schwimmen, sondern stattdessen laut quäken und schnattern und – noch schwieriger – dann anfangen hin- und her zu laufen.
Vor Kurzem waren die Bedingungen eigentlich soweit in Ordnung. Mona lief recht entspannt an meiner Seite, die Enten waren nicht zu sehen, Gequakte war auch nicht zu hören. Und doch flitzte diese kleine Räuberin plötzlich los, die Böschung zum Teich herunter, und hinauf auf die gefrorene Fläche. Dann waren da auch plötzlich Enten zu sehen, die vorher wohl einfach nur sehr still irgendwo gesessen und die Schnäbel unters Gefieder gesteckt hatten. Mona musste da natürlich hin.
Und was machen die Enten? Die fliegen nicht etwa weg – nein, die laufen übers Eis. Und Mona hinterher.
Ich tat das, was Menschen in solchen Momenten meistens tun: Brüllte Mona hinterher und hoffte, sie würde kommen. Was sie natürlich in diesem Moment keinesfalls tat. Nein, sie brach zweimal am Rand des Teiches ein, dort  ist das Eis noch nicht so dick, und rannte dann über die gefrorene Fläche auf die andere Seite des Teiches, immer den Enten hinterher. Wenn ich nicht so sauer gewesen wäre, hätte ich wahrscheinlich darüber lachen können, wie sie da recht ungelenk übers Eis glitschte und schlitterte. Sie hat halt das Schlittpfotenlaufen für sich entdeckt. Aber ich war sauer! So was von sauer! Auf mich natürlich, denn ich hätte einfach besser aufpassen müssen!  (Das war mir übrigens auch klar, BEVOR mich mein herzallerliebster Ehemann darauf hingewiesen hat, hmpf, aber das nur am Rande)
Es ist übrigens glücklicherweise nichts passiert: Den Enten nicht, und Mona beim Einbrechen auch nicht. Auf dem Rückweg zu mir (ja – irgendwann hat sie mein Rufen dann doch wahrgenommen) liefen Mona und einige der Enten sogar fast einträchtig und sehr dicht neben einander her. Das wiederum fand ich erstaunlich. Man sollte doch meinen, dass Enten angesichts einer auf sie zu flitzenden Mona eher wegfliegen. Aber nein, sie blieben am Boden und auch später in sehr „greifbarer“ Nähe. Wenn Mona eine hätte packen wollen, hätte sie das locker geschafft. Aber sie hat es nicht getan. Also schien es ihr nicht darauf einzukommen, eine Ente zu erwischen. War doch wieder nur das „hin“ und „hinterherlaufen“ interessant?
Das erleichtert mich zwar, aber auch nur ein bisschen. Denn eigentlich soll Mona die Enten schon von vornherein gar nicht erst in Aufregung versetzen.
Nach diesem Ententanz und Schlittpfotenlauf bleibt nun die Leine erst mal wieder dran – jedenfalls an dieser Stelle des Spaziergangs.

Kommentare

  1. Mona ist eindeutig unterfordert!

    • Silke meint::

      Hmmm.
      Deiner Theorie zufolge müsste sie dann zu Zeiten, in denen sie sehr gefordert ist, weniger Interesse an Enten haben. Das ist aber nicht so.

  2. Alles was sich bewegt ist Interessant!
    Das ist auch bei Rike so, die das mal mit einem Rehbock machte, den ich auch zu späht entdeckt hatte!
    Normal wenn ich aufmerksamer gewesen wäre hätte ich sie hinsetzen lassen und gewartet bis der bock weg gewesen währe, aber Frau hatte einfach geträumt und weg war Rike!
    nur der bock machte 2 Sprünge nach vorne und drehte sich um,senkte den Kopf und ging auf Rike zu!
    Die blieb etwas verdutz stehen,mit dem ausdruck im Gesicht, warum rennt der jetzt nicht weg!
    Das Siel wieder holte sich 2x!
    Beim zweiten mal kam Rike völlig verdutzt zu mir und machte keine anstallt mehr da hinterher zu wollen!
    Da bei Rike Herdenschutzhund mit drin ist weis ich,dass sie alles was in unsere nähe kommt nur verjagen will, deshalb dreht sie immer nach einer gewissen Distanz von alleine um und sie hat und würde nie einem anderen Tier etwas tun!
    Aber seit damals sind ihr diese rotbraunen Tiere etwas suspekt und sie lässt sie links liegen solange sie nicht näher kommen!
    Flanna ist da anders, alles was sich bewegt ist ein Spielpartner, wenn es auch noch wegrennt macht es grossen spass, da hinterher zu rennen, bis man es eingeholt hat!
    Bleibt es stehen ist es nicht mehr attraktiv!

    LG Bea mit Flanna & Rike

    • Silke meint::

      Das genau ist es: Man träumt rum, und schon passiert es.
      Na, das war dann aber ein wirklich sehr cooler Rehbock. Kann ich mir gut vorstellen, dass der Rike erst einmal in Erstaunen versetzt hat.

      Ich denke Mona ist Flanna durchaus ähnlich: So ist das auch, wenn sie mit anderen Hunden läuft: Sobald die stehen bleiben, oder sich hinsetzen, dreht sie auch ab. Diese Signale versteht sie sehr gut.

      LG Silke

  3. Die Enten wissen eben, dass Mona im Grunde ihres grossen Hundeherzens alle Enten furchtbar lieb hat, auch wenn sie es niemals zugeben würde.

    Aber genau wie bei kleinen Kindern weiss man sicher auch bei Hunden nie, was ihnen als nächstes einfällt…
    Man kann ja Kind wie Hund wie Hund schlecht an die Kette legen, sie sind so impulsiv.

    • Silke meint::

      Wenn man sie sehr genau beobachtet, kann man aber rechtzeitig merken, wenn etwas „im Busche“ ist.
      Aber ich bin halt nicht immer und dauernd so aufmerksam, obwohl ich mich schon sehr bemühe. Also – weiter üben!

  4. Oh Gott da wäre mir wahrscheinlich das Herz stehen geblieben, es sei denn man ist sehr sicher, daß das Eis auch dick genug ist. So mancher Hund ist da schon eingebrochen und dann wird es lebensbedrohlich.
    Bei Mika muss ich auch immer sehr aufpassen. Wobei ihn Vögel überhaupt nicht interessieren, so lange es keine Raubvögel sind, die dem Garten zu Nahe kommen. Aber bei Hasen, oh oh, da muss ich auch schnell sein, oder am besten den Hasen vor ihm sehen.

    LG Soni

    • Silke meint::

      Ah, da kommt bei Mika der Herdenschutzhund durch?

      Ja, schnelle Reaktion oder eben sehr viel Voraussicht ist wirklich Gold wert. Man lernt ja mit jedem Tag, sie besser zu „lesen“, aber man lernt eben doch nie wirklich aus…

      Das Eis… auch so eine Sache. Da der Teich nicht so riesig und auch nicht besonders tief ist, hätte ich da im Zweifelsfall die Kleine wieder herausholen können. Viel mehr Angst hätte ich jetzt an der Weser – da schwimmen Eisschollen drauf, und die können einen Hund schnell mal treffen. Unsere beiden Verrückten würden ja vermutlich auch bei diesem Wetter schwimmen gehen, wenn wir sie lassen würden… Deshalb bleibt da momentan die Leine grundsätzlich dran.

  5. Ja bei Raubvögeln erkennt man den Herdenschutzhund in Mika. Seltsam, manchmal wundere ich mich da wirklich wie er das unterscheidet bzw. woher er weiss das Raubvögel gefährlich werden können und andere nicht. Gelernt hat er das ja nicht, er handelt rein instinktiv. Es ist ja auch nicht die Größe, den Schwäne oder Reiher sind sogar größer, aber die werden keinens Blickes gewürdigt.

    Ah gut, wenn der Teich nicht so gross ist geht es ja noch. Mein letzter Hund war auch so wasserverrückt, der blieb an gefährlichen Stellen dann auch lieber an der Leine.

    Grins, lesen kann ich Mika sehr gut, aber wer liest schon ununterbrochen.

    LG Soni

    • Ich glaube auch, dass wir noch immer nur den Hauch einer Ahnung haben, was unsere Hunde alles können… Das ist wieder ein gutes Beispiel dafür.

      Und ja, man eben nicht ununterbrochen „da“, das ist genau das, was ich meinte…

      LG
      Silke

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