Ausdrucksverhalten beim Hund – von Dr. Dorit Urd Feddersen-Petersen

Vor ein paar Monaten habe ich hier ja schon einmal über einen anderen Wälzer (Hundepsychologie) von Dorit Urd Feddersen-Petersen geschrieben. Und ich hatte auch schon damals geschrieben, dass ich als nächstes das „Ausdrucksverhalten beim Hund“ in Angriff nehmen möchte. Das ist auch so ein Wälzer. Wobei ich Wälzer hier unbedingt positiv meine. Denn beide Bücher enthalten so geballt viel Wissen, Beobachtungen, Fotos, Zeichnungen, Erläuterungen, Hintergrundinformationen, und, und, und, … dass kleinere und handlichere Ausgaben einfach nicht möglich wären.

Das Buch „Ausdrucksverhalten beim Hund*“ ist in vielen Punkten ähnlich wie „Hundepsychologie“: Es möchte richtig durchgearbeitet und nicht nur oberflächlich gelesen werden. Es ist eher eine wissenschaftliche Arbeit als ein populäres, leicht lesbares Werk. Daher ist es manchmal hilfreich, ein Fremdwörterlexikon in der Nähe zu haben. Nichts also für „Abends auf dem Sofa mal eben noch zwei Seiten zur Entspannung lesen“.

Aber es ist wunderbar geeignet, wenn man sich in einer enormen Fülle an Informationen rund ums Ausdrucksverhalten des Hundes suhlen, bereits Bekanntes vertiefen, oder neues Wissen und neue Erkenntnisse umfassend erwerben möchte.

Man muss sich Zeit nehmen für dieses Buch.

Aber wenn man das tut, lohnt es sich auch. Eigentlich wollte ich ja auch erst dann darüber schreiben, wenn ich es komplett gelesen habe. Allerdings habe ich festgestellt, dass es am besten portionsweise zu lesen ist, aus den o.g. Gründen. Man wird sonst einfach diesem Buch nicht gerecht und nimmt auch bei oberflächlichem Lesen bei weitem nicht das daraus mit, was man mitnehmen kann. Bei mir wird es deshalb seit ein paar Monaten immer mit Unterbrechungen gelesen, im Wechsel mit der „anderen“ Fachliteratur zur Tierphysiotherapie und immer maximal ein Kapitel pro Woche.

Eines der letzten Kapitel, die ich gelesen habe, war „Die Funktion des „Blöffens“ oder „Lügens“ bei der Kommunikation von Caniden“. Das ist auch eine sehr spannende Frage: „Lügen“ Hunde? Und wenn ja: Warum und wie?

Dass unsere Wauzels uns selbst mitunter sehr erfolgreich täuschen, ist glaube ich klar. (Jedenfalls beherrschen Mona und Holmes das ganz hervorragend)

Aber täuschen Hunde sich auch gegenseitig? Und sind sie dabei erfolgreich?

Es ist genau das, was ich an diesem Buch – wie auch schon an der „Hundepsychologie“ – so gerne mag: Es regt zum Nachdenken und zum viel intensiveren Hinschauen und Beobachten an. Man ist schon beim Lesen immer dabei, das Gedächtnis nach eigenen ähnlichen Erlebnissen und Beobachtungen zu durchsuchen. Man findet Beispiele, vergleicht sie mit dem gelesenen, stellt Unterschiede fest oder aber merkt „Och ja – das kenne ich, deshalb also…“  Es sind die vielen kleinen und großen AHA-Erlebnisse, die dieses Buch so interessant machen.  Und es öffnet einem die Augen wieder ein Stückchen mehr für die wunderbare Welt der Hunde…

Ich freue mich, dass ich noch ganz viele Seiten vor mir habe!