Was Mathematik mit einem Federvieh zu tun hat – Projekt 52 Bücher

18. Woche

Das Motto für die 18. Woche von Fellmonsterchens Projekte „52 Bücher“ wurde dieses Mal von Natira vorgeschlagen. Es lautet

Federvieh

Und dies ist der Moment, in dem ich ein Buch vorstellen kann, was im Grunde auch genauso gut in die letzte Kategorie hätte passen können. Ich habe nämlich lange gebraucht, es tatsächlich zu lesen. Es geht darin um Mathematik. Ja genau. Dieses Schreckliche mit Zahlen. Diese angeblich so wunderbar ergreifend logische Wissenschaft. Diese total abstrakte und für mich absolut unverständliche Fremdsprache. Diese Erinnerung an immer nur anstrengende und mich bis auf Blut quälende Lehrer, besonders der eine, zwischen dessen Mundwinkeln, wenn er vergeblich versuchte dieses dröge und für mich völlig sinnfreie Zeug zu erklären, sich jedes Mal dünne und glänzende Speichelfäden zogen, die dafür sorgten, dass ich mich spätestens dann auf nichts anderes mehr konzentrieren konnte.

Wenn man also weiß, wie sehr ich mit Mathematik auf Kriegsfuß stehe, ahnt man, warum ich dieses einstige Geschenk meiner Schwester Nina zunächst mit einer gewissen Verachtung an die Seite legte. Aber die Neugier siegte dann doch. Denn dieses Buch hatte ja lt. Beschreibung nicht nur Mathematik zu bieten, sondern auch einen Krimi – also die Art Lesestoff, die ich mit Leidenschaft  verschlinge. Also 588 Seiten Mathematik, Krimi und … ach ja. Wo bleibt denn nun eigentlich das Federvieh? Dies könnte zwar auch ein zweiter Beitrag zum Motto letzter Woche sein, ist es aber nicht. Das Federvieh ist ein geheimnisvoller Papagei.

Er taucht in Paris auf einem Flohmarkt auf, wird dort fast gekidnappt und dann aber von einem kleinen Jungen gerettet und mit nach Hause genommen. So fängt die Geschichte an. Und sie erzählt von einer kleinen und verschworenen Lebensgemeinschaft, einem alten Buchhändler und einer Frau mit ihren drei Kindern. Jenem Buchhändler wird eines Tages von einem alten Freund per Post angekündigt, dass er bald eine umfassende Bibliothek mathematischer Bücher bekommen wird. Und es ist von einem Rätsel die Rede, welches gelöst worden sei. Ein mathematisches natürlich. Und weil alles sehr rätselhaft bleibt, versucht sich diese kleine Gemeinschaft an der Lösung.

Im Verlauf der Geschichte werden dann, trotz einiger Längen, verschiedene mathematische Dinge so toll und bildhaft erklärt, dass selbst mathematische Nillinge wie ich einer bin, daran tatsächlich ihren Spaß und auch das ein oder andere Aha-Erlebnis haben können. Ich habe mich während des Lesens immer wieder gefragt, warum Mathematik-Lehrer nicht ein kleines bisschen wie der Autor dieses Buches vorgehen könnten, wenn sie ihren Lehrstoff vermitteln. Ich hätte nie, wirklich nie, niemals gedacht, dass ich einmal sagen würde „Hey, Mathematik kann total interessant und spannend sein“.

Und ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass mit einem solchen Lehrer an der Seite Mathematik durchaus ein Lieblingsfach hätte werden können. Nun, dafür ist es jetzt zu spät. Aber ich habe zumindest meinen Frieden mit diesem Fach gemacht. Und ein wunderbares Buch gelesen:

Das Theorem des Papageis von Denis Guedj

Der rätselhafte Papagei heißt übrigens „Nofutur“. Wie er in die ganze Geschichte hineinpasst, und welche Rolle er spielt, verrate ich hier nicht. Vielleicht möchte es ja der ein oder andere gerne selbst herausfinden…

Kommentare

  1. geschwant hat es mir damals schon in diesem furchteinflößenden Unterricht, dass sich hinter diesem Gedöhns mit den Zahlen sicher irgendetwas großartiges versteckt. Leider ging es mir ähnlich und die Schlüsselmeister (im Volksmund auch Lehrer genannt) haben die Tür zu dieser welt eher bewacht, als durch sie hindurchzuführen.

    Das klingt mir in jedem Falle nach einer erstrebenswerten Lektüre um mir den Zugang doch noch mal zu erkämpfen ….besser spät als nie

    • Silke meint::

      „Schlüsselmeister“ ist schön!

      Man braucht ein bißchen Zeit für das Buch, aber wenn man sich darauf einlassen mag, ist es wirklich toll!

  2. Ein merkwürdiger Titel – ich weiss gar nicht, was ein Theorem ist. Abgesehen davon klingt die Beschreibung so, als ob es interessant sein könnte, dieses Buch zu lesen…

    Toll, dass das Anti-Spam-Wort diesmal Silke lautet… Neulich war es Caipi, und da habe ich lieber nichts geschrieben, weil das Anti-Wort da sicher für das Fellmonster reserviert war…

    • Silke meint::

      Ein Theorem ist ein Lehrsatz. Oder so. Musste ich aber auch erst nachschlagen.
      Ach, die Anti-Spam-Wörter – das erinnert mich daran, dass ich mir von Ralph zeigen lassen wollte, wo und wie man die einfügt. Ich wüsste da noch ein paar…

  3. @Sica: Das ist ja lieb, dass Du den Caipi für mich stehengelassen hast. :-)
    @Silke: Das Buch sollte man vielleicht wirklich als Unterrichtsstoff verwenden. Auch mir hat man in der Schule Mathematik sehr vermiest.

    • Silke meint::

      Das ist echt schade, finde ich. Denn das Fach hat tatsächlich total interessante Aspekte. Nur schaffen es wirklich fast alle Lehrer, einem nur das Gruseln beizubringen. Wenn ich nur daran denke wie ich immer geschwitzt habe, wenn reihum alle an die Tafel mussten, um dort irgendeine Formel zu entwickeln, Gleichungen aufzulösen oder ähnliches.
      Einmal habe ich mich sogar krank gemeldet, weil ich wußte, dass ich an der Reihe bin…

      • An die Tafel zu müssen, war auch einer meiner schlimmsten Alpträume. So was müsste als Verstoß gegen die Menschenrechte geahndet werden. Ich hatte eine Zeitlang eine absolute Verweigerungshaltung in diesem Fach gezeigt, weil mir die Lehrerin nicht erklären konnte, wozu z. B. Gleichungen mit Unbekannten überhaupt jemals gut sein könnten. So eine Art Sinnkrise im Matheunterricht. Entsprechend waren meine Noten dann auch eine Zeitlang…

        • Silke meint::

          Oh ja, mathematische Sinnkrisen. Das kann ich gut nachempfinden. Vieles in Mathe ist echt für nix praktisches zu gebrauchen! Aber einiges könnte als eine Art „Denkschule“ durchgehen. Zumindest fühlen sich so manche Themen dann etwas behaglicher an. Natürlich nur im Nachhinein, und auch nur wenns um freiwilliges Erkunden geht…

  4. Naja nicht jedem liegen die Naturwissenschaften, ich hatte eigentlich nur 2 Typen von Mathematiklehrern, inspirierende oder provozierende, das weiß man aber erst später zu schätzen.
    Das ist sicherlich ein tolles Buch aber momentan bin ich vermutlich dazu nicht aufgelegt.

    • Silke meint::

      Och, inspirierende Mathematik-Lehrer hätte ich ja mal ganz abwechslungsreich gefunden. Ich kannte leider nur völlig vertrocknete und eingestaubte Exemplare, die völlig vergeistigt wahrscheinlich auch noch vor leerer Klasse vor sich hin referiert hätten, wenn neben ihnen die Welt untergegangen wäre. Und dann halt die etwas sadistisch veranlagten, bei denen man immer das Gefühl hatte, sie freuen sich, wenn sie Dich dabei erwischen, dass Du mal wieder nix verstanden hast. Ob einem Naturwissenschaften liegen oder nicht, ist da ja nur ein Punkt von mehreren. Trotzdem könnten sie auf schülerfreundlichere Art und Weise und interesse weckend statt vermiesend rübergebracht werden…

      Das Buch mag man, oder eben nicht. Es wird auch zum Teil sehr kritisiert. Aber für mich war es schon toll!

      • Ja da hatte ich wohl Glück mit meinen Naturwissenschaftlichen Fächern nur in der 8 war unser Chemielehrer eine Pfeife, da haben wir in den nächsten 2 Jahren den Stoff von 3 rein pauken müssen.
        Vertrocknet, vergeistigt und eingestaubt komisch woher kennst du meine ehemalige Kunstlehrerin die dann auch nach unserem Abschluss in Rente gegangen ist… hätte die das mal Jahre früher gemacht, die jüngere Schwester eines Freundes hat von dem Nachfolge ganz begeistert berichtet.

  5. EinsA ist ein mir würdiges Anti-Spamwort :-) Und die Wörter einzugeben ist doch Babyleicht – die Einstellungen für das Plugin helfen da weiter. Und lesen kannst Du doch … zumindest, wenn Du willst. Aber ich erkläre es natürlich auch :-! Und das Buch hat echt Längen – ich gab es auf. Aber eventuell greife ich es mir noch einmal … aber für Agakröten ist die Materie echt zu komplex :-P

    • Silke meint::

      Hmpf. Natürlich kann ich lesen. Genauso, wie Du auch Kuchen holen kannst. *grummel*
      Ich möchte bitte individuellen Einzelunterricht im Einfügen von Anti-Spam-Wörtern! Hab ich verdient! Bestimmt!
      Büdde! *liebguck*

      Edit:
      Jetzt weiß ich wie es geht :-) Danke!!!!

      • In diesem Zusammenhang mal eine neugierige Zwischenfrage: Ralph hatte doch mal über „Fermats letzter Satz“ nachgedacht. Gab es schon eine Gelegenheit?

        Was das Theorem des Papageis angeht, Mathe, Bücher, Rätsel – klingt reizvoll *notiert*

  6. Ich fand Mathe eigentlich immer ganz entspannend… auch wenn´s nicht mein stärkstes Fach war. Aber auf Zahlungen und Gleichungen rumdenken hatte immer eine ausgleichende Wirkung auf mich.
    Übrigens, Silke, hab ich dir das Rezept in meinem Federvieh-Beitrag noch in die Kommentare mitgepackt. Viel Spaß beim Kochen!

    • Silke meint::

      Ooooh! Danke!

      Das ist ja klasse! Dann werde ich es mir gleich mal rauskopieren! Hier können wir es zwar nur ohne Parmesan zubereiten (sonst isst Ralph nicht mit), aber ich freu mich immer über neue Rezepte.

Sitz! und gib Laut:

Bitte frei Schnauze - keine Pfote vor die selbige nehmen!

Rechtschreibfähler werden hier freundlich icknoriert und wechgewedelt!

*

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