Hitzeschäden – Teil 2: Was tun?

Hitzeschäden

Was kann man tun, wenn Verdacht auf Hitzeerschöpfung oder einen Hitzschlag besteht?
Grundsätzlich bitte vor allem – auch wenn es schwerfällt – ruhig bleiben.

Immer daran denken: Jede unserer Gefühlsregungen überträgt sich blitzschnell auf unsere tierischen Gefährten. Und die sollen in diesem Moment spüren, dass wir ihnen jetzt ganz in Ruhe helfen werden! Also: Keine Hektik!

Und bitte: Was ich hier schreibe sind lediglich erste Maßnahmen, die getroffen werden können. Sie können erste Linderung bringen, ersetzen aber keinesfalls das Aufsuchen des Tierarztes.
Ich schreibe das nicht nur, weil man es wahrscheinlich sicherheitshalber immer solche Artikeln voranstellen sollte, sondern auch deshalb, weil ich weiß, wie unsicher man sich mitunter fühlt, wenn es dem eigenen Tier schlecht geht: Deshalb: Im Zweifel lieber einmal mehr oder sogar einmal umsonst den Tierarzt rufen!

In diesem Sinne hier meine Vorschläge:

Was tun bei Hitzeerschöpfung?

  • Alles vermeiden, was Wärmeentwicklung begünstigt!
  • Wenn möglich kühlen Raum / Bereich aufsuchen!
  • Alles vermeiden, was das Tier anstrengen könnte!
  • Das Tier beruhigen, möglichst hinlegen lassen!
  • Flüssigkeit zuführen
    • Gut wäre stilles Mineralwasser, damit auch verloren gegangene Mineralien ersetzt werden, ggfs. Wasser mit etwas Apfelsaft versetzen
    • Anfangs nur kleine Mengen vorsichtig trinken lassen, da sonst auch die Gefahr besteht, dass das Tier sich übergibt. Dadurch würden noch mehr Flüssigkeit und Mineralien verloren gehen.
    • Eventuell mit Kunststoffspritze (natürlich ohne Nadel…) die Flüssigkeit ins Maul geben, aber nicht mit Zwang Flüssigkeit einflößen!!!

Eine deutliche Besserung müsste schon nach 5 Minuten erkennbar sein.
Wenn nicht –> Tierarzt aufsuchen!

Falls die Temperatur ansteigt –> Tierarzt aufsuchen, es besteht die Gefahr eines Hitzschlags!

 

Was tun bei Hitzschlag?

Ein Hitzschlag ist ein lebensbedrohlicher Notfall! Es ist unbedingt ein Tierarzt aufzusuchen!

Optimalerweise klärt eine Person den Besuch des Tierarztes (Kann er kommen oder muss das Tier dort hingebracht werden?) während die zweite Person sich parallel um folgendes kümmert:

Sofortige Abkühlung, das heißt:

  • Sofort raus aus der Sonne/Wärme: Schattigen Platz oder anderen möglichst kühlen Raum aufsuchen
  • Kühlen des Tieres mit nassen Wickeln oder anderen Kältepackungen (Kopf, Beine, Brust, Bauch)
  • Beine mit kühlem Wasser abduschen (an den Pfoten beginnen und langsam nach oben arbeiten)
  • ACHTUNG: Verwendung von eiskaltem Wasser ist NICHT ratsam! Bei zu großer Kälte ziehen sich die Blutgefäße zusammen. Dadurch wird die Wärmeabgabe über die Haut nach außen VERLANGSAMT!

 

  • Temperatur während der Abkühlung lfd. kontrollieren und darauf achten, das Tier nicht zu stark auszukühlen!
    (die normale Temperatur eines Hundes beträgt zwischen 37,5 und 39,2 Grad Celsius  – kleine und auch junge Hunde haben meist eine höhere Temperatur als große)
  • Das Tier möglichst ruhig halten / Hektik – auch in der Umgebung – vermeiden!
  • Puls / Herzschlag laufend überprüfen (normaler Puls beim Hund liegt bei 80 – 120 Schlägen pro Minute)

Wie man bei Herzstillstand vorgeht, ist ein Thema für einen anderen Beitrag.

 

Zu hoffen bleibt, dass ein Notfall durch Hitzeschaden (was für ein blödes Wort!) gar nicht erst eintritt.

Deshalb lieber vorsorgen:

 

Tiere nicht bei sommerlichen Temperaturen im Auto lassen!
Selbst bei noch relativ geringen Außentemperaturen heizt sich ein Auto in der Sonne in wenigen Minuten so auf, dass es für Tiere darin lebensgefährlich werden kann. Tasso klärt hier in jedem Jahr erneut mit besonderen Aktionen auf. Ihr könnt mithelfen, Menschen über die Gefahren zu informieren, die Tieren im Sommer in Fahrzeugen drohen.

Wenn es nicht sein muss: Bei Hitze keine Action, sondern lieber eine gemütliche Siesta einlegen!
Spazierengehen lieber früh Morgens und am Abend – nicht in der Mittagshitze.

Auf die Eigenheiten/Beanspruchung des Tieres achten!
Gerade bei Hunden gibt es weniger und mehr gefährdete Individuen. Für Hitzeerschöpfung anfälliger sind zum Beispiel Hunde mit Atemwegsproblemen und solche mit kurzen/platten Nasen, ältere Hunde, übergewichtige Hunde, aber auch Hunde, die bei hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit stark körperlich arbeiten müssen.

Unterwegs Wasser dabei haben!
Für längere Spaziergänge oder Aktivitäten ruhig eine Flasche Wasser mehr für den Wauzel einpacken. Mona findet es zum Beispiel immer sehr cool, in der Hundeschule aus ihrem eigenen Napf Wasser aus Frauchens Pulle zu bekommen.

Autofahrten/Urlaubsfahrten!
Abends oder morgens ganz früh fahren! Wenn das nicht geht: Mehr Zeit einplanen! Vorm Einsteigen, wenn das Auto in der Sonne stand, gründlich durchlüften. Das Tier erst ins Auto bringen, wenn die Luft darin sich ausreichend abgekühlt hat. Zwischendurch (wenn man ohne Klimaanlage unterwegs ist) öfter mal eine Pause einlegen.

 

—-

 

Wie macht Ihr denn Euren Tieren bei Hitze das Leben leichter? Schreibt doch mal!

 

 

Kommentare

  1. Danke Silke!
    Mein erste – Hundehilfe – Kurs ist doch schon einige Zeit her, die Auffrischung tat gut!
    Kleine frage noch, wo ertaste ich beim Hund am besten den Puls? weiss es nicht mehr rotwerd

    LG Bea

    • Silke meint::

      Huhu Bea,
      Du kannst den Puls am besten an der Innenseite des Oberschenkels tasten – ziemlich mittig, in Richtung der Leistenbeuge. Die Arterie fühlt sich an wie eine etwas dickere Sehne. Ich hatte sie bei Mona nicht gleich gefunden, bei Holmes war das viiiiel einfacher…
      LG Silke

  2. Anja meint::

    Oh, Anti-Spam-Wort „steuern“ extra für mich?

    Wir sehen bei Spaziergängen zu, dass wir Bäche oder Seen mit einplanen. Das finden die Wauzis immer ganz schön.
    Allerdings sind wir einmal 12 km um eine Talsperre gewandert und was ich dabei nicht berücksichtigt hatte: Kein Wasserzugang wegen Trinkwassergewinnung! Sowas Blödes…

    • Silke meint::

      Hehe, klar! Für unsere Leserinnen und Leser werden nur die allerschönsten Anti-Spam-Wörter ausgewählt und persönlich anhand der IP-Nummer zugeordnet…

      Ja, am Wasser lang spazieren ist immer eine super Idee. Allerdings bei Badeverbot (wie in dem Fall, den Du erlebt hast) wäre das für unsere Wauzels Höchststrafe…

      LG
      Silke

  3. Wirklich toll geschrieben, ich bin begeistert. Kann auch nur jedem raten sich mit diesen Erste-Hilfe-Maßnahmen zu befassen, denn nicht immer ist sofort ein Tierarzt greifbar und man muss sich selbst helfen kann bzw. dem Hund. Hab ich schon bei einem Agilityturnier erlebt. Hund mit Hitzschlag, Tuniertierarzt zu einem Notfall unterwegs, anderer Tierarzt am Sonntag nicht zu erreichen. Durch Erste Hilfe konnte dem Hund soweit geholfen werden, dass nicht noch Schlimmeres passierte. Und ja, ruhig bleiben ist wichtig und gar nicht so einfach, wenn ein Hund plötzlich zusammenbricht, selbst wenn es nicht der eigene Hund ist.

    Mika ist ein richtiger Eisbär, Hitze verträgt er schlecht. Grosse Runden gibt es deshalb nur am Morgen und Abend, mittags nur Pippirunde und auch da nur auf Wegen mit viel Schatten. Wir laufen dann auch gerne am Neckar. Er schwimmt zwar nicht, aber Bauch abkühlen tut gut und das macht er dann auch. Man sollte auch immer auf sein Tier eingehen, sie zeigen einem schon was gut ist und was nicht. Wenn z.B. das Auto zu warm ist weigert er sich einzusteigen und ich würde ihn da auch nie zwingen.

    LG Soni

    • Silke meint::

      Ich finde auch: Das schlimmste ist, daneben zu stehen, und nicht zu wissen, wie man helfen kann. Deshalb sauge ich alle Infos auf, die ich zu diesen Themen bekommen kann…

      Und ja, was Du schreibst sollte jeder beherzigen: Einfach darauf achten, was uns die Tiere zeigen. Das ist so viel mehr, als man manchmal glaubt.

      Mika klingt immer nach einem total gemütlichen, ruhigen Knuddelhund, den so schnell nichts aus der Ruhe bringt. (Zumindest solange niemand verbotenerweise in sein Revier eindringt…) Aber so einfach ist es vermutlich nicht… Jedenfalls ist er was Hitze angeht wohl ähnlich veranlagt, wie Mona und Holmes. Die mögen den Winter wohl auch lieber – allerdings schwimmen sie für ihr Leben gern!

      LG
      Silke

  4. Einerseits stimmt es auch, Mika ruht in sich und bei allen, die als Freunde eingestuft sind, bringt ihn nichts so schnell aus der Ruhe. Aber ganz so einfach ist es natürlich wirklich nicht. Viele unterschätzen dadurch diesen Hund total, denn er kann auch in Bruchteilen von Sekunden auf 180 sein :-) wenn er es für notwendig hält.

    Ich denke alle Hunde, die einen dicken Pelz bzw. Unterwolle haben mögen den Winter lieber als die Hitze.

    LG Soni

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