Was nicht in den Büchern steht

Urlaub nur mit Hund!

Ehrlicherweise sei angemerkt, dass in manchen Büchern schon einiges von dem steht, was nachfolgend aufgeführt wird. Aber eventuell nicht alles. Manches überliest man auch gerne! Denn einen (oder zwei) Landseer im Hause zu haben, hat auch Nachteile. Wobei die meisten Kehrseiten nicht nur auf Landseer beschränkt sein dürften. Wir waren uns darüber – zumindest im Ansatz – im Klaren. Doch über Dreck haben wir, ehrlich gesagt, vorher nicht zu intensiv nachgedacht.

Das saubere Heim …
gehört der Vergangenheit an, wenn ein Landseer einzieht! Auf einem Landseer hat erheblich mehr Dreck Platz, als zum Beispiel auf einem Dackel. Sehr wichtig für die reinliche Familie, die sich mit dem Gedanken trägt, einen Landseer als Familienmitglied ins schöne Heim zu holen, ist auch der Hinweis, dass der folgende Satz der Rassebuch-Autorin Esther Verhoef eher theoretischer Natur ist:

Die Lefzen sind trocken. Landseer dürfen nicht sabbern.

Nun, sie dürfen es vielleicht nicht. Aber Holmes tat es trotzdem. Wie einige andere Dinge auch, die er nicht tun sollte! Bonus ist – was dieses spezielle Thema angeht – sehr zuverlässig in seine Pfotenstapfen getreten. Und der Schlabber haftet besonders gut auf frischer Kleidung, die angelegt wurde um die traute Heimstätte, beispielsweise in Richtung Büro, zu verlassen. Auf den Punkt beschreibt es der folgende Satz, den unsere besten Freunde bei einem ihrer Besuche abließen:

Wenn man zu euch kommt, sind die ältesten Klamotten dicke gut genug!

Dem ist nichts hinzuzufügen. Außer eventuell der Bemerkung, dass Mona nicht sabbert. Dafür haart sie aber erheblich mehr als der Holmes, der sich aber auch in diesem Punkt alle Mühe gibt. Wer sich einen Landseer als Hund erwählt, braucht auch einen leistungsstarken Staubsauger. Eine nicht unerhebliche Zusatzinvestition, die neben den Kosten für den Hund ggf. mit eingeplant werden sollte. Aber zu den Kosten kommen wir später.

Euer Besuch …
könnte weniger werden! Ein großer Hund zeigt große Freude! Vor allem, wenn die Erziehung eher suboptimal war. Gäste werden also stürmisch begrüßt, die Haare fliegen und der Sabber wird gleichmäßig auf Rock und/oder Hose verteilt (siehe Das saubere Heim). Erziehung könnte in diesem Fall helfen; muss es aber nicht. Mögen alle Eure Freunde Hunde? Hoffentlich. Denn sonst braucht ihr neue … Freunde!

Der Tagesablauf …
wird durch einen Landseer (jeden Hund) massiv beeinflusst! Man kann nicht mal eben spontan am Mittag wegfahren und erst am nächsten Morgen nach Hause kommen! Der Hund braucht Bewegung, Wasser und Futter. Und seine Geschäfte will er auch erledigen. Lange allein sein will (soll) er auch nicht. Morgens und abends möchte er ausgeführt werden. Die zu erledigenden Tätigkeiten sind zwischen diesen täglichen Spaziergängen zu erledigen. Es kommt dabei nicht auf Minuten oder sogar Stunden an, wann der Hund fressen und wann er spazieren gehen muss. Aber er muss beides! Jeden Tag – 365 Tage im Jahr. Und er will bei jedem Wetter raus! Vergesst ferner die Beteuerungen Eurer Kinder, diese Pflichten zu übernehmen! Ihr seid (spätestens nach wenigen Wochen) selbst dafür verantwortlich …

Die Urlaubsfahrt …
ist mit einem Hund immer aufwendiger. Natürlich könnt ihr ihn für zwei oder drei Wochen in eine gute Hundepension geben. Wenn ihr dann in aller Ruhe Urlaub machen könnt – bitte. Wir können und wollen das nicht; wir haben auch in unserem Urlaub Hunde. Also nehmen wir sie mit.

Wie weit man wegfahren kann, hängt davon ab, wie gut der Hund das Autofahren verträgt. Und ggf. auch davon, wie gut die Nerven des Fahrers sind. Plant alle zwei bis drei Stunden eine längere Pause ein. Wir bevorzugen Ferienwohnungen – die mit einem Zaun versehen sind und die in ruhigen Gegenden liegen. Die Endreinigung kostet immer mindestens das Doppelte und unterschätzt nicht, was man für einen Wauzel so alles mitschleppen muss …

Die Kosten …
für den Erwerb eines Landseers sind nicht unerheblich! Mit kompletter Erstausstattung, die erfahrungsgemäß einige sinnvolle und viele überflüssige Accessoires enthält, überschreitet man die 1.000-EURO-Grenze erheblich. Auch der Unterhalt – Futter, Tierarztkosten, Hundesteuer, Haftpflichtversicherung, diverse Leinen, Halsbänder und anderer Schnickschnack – sind mit ca. 100 € – 150 € im Monat sicher nicht zu hoch angesetzt. Hinzu kommen Vergnüglichkeiten wie Hundeschule, Bücher, Spielzeug und Dinge, von denen Mann im Moment noch nicht die leiseste Ahnung, die aber die beste Ehefrau von allen bereits fest im Visier hat!

Weitere Kosten entstehen für gesundheitliche Vorsorge wie z.B. Kotuntersuchungen und ggfs. Entwurmungen, für teilweise notwendige Impfungen und einiges mehr. Wird der Hund einmal etwas ernster krank, sind schnell einige Hundert Euro fällig. Nicht zu vergessen außerdem: Bei fast allen Medikamenten wird die Dosierung am Körpergewicht bemessen, was bei einem 60- oder 70-kg-Hund entsprechende Mengen mit sich bringt! Nebenbei möchte ich erwähnen, dass auch ein großes Fahrzeug zur Verfügung stehen sollte, das Platz für einen oder zwei große Hunde UND Gepäck bietet. Und eventuell möchte die Ehefrau/Freundin/LebenspartnerIn ja auch noch mitfahren …

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