Warum wir einen Hund wollten

Holmes, 4 Wochen alt

Holmes, im Alter von vier Wochen!

Wir lieben Tiere. Als wir uns für Holmes entschieden, hatten wir noch zwei Katzen (die inzwischen leider schon gestorben sind). Außerdem sind wir beide mit Hunden aufgewachsen. Nebenbei: Diese Tatsache veranlasste uns anzunehmen, dass wir erfahrene Hundehalter seien. Doch es ist ein gewaltiger Unterschied, ob man als Kind als einfaches Rudelmitglied so mitläuft, oder ob man als Rudelchef Verantwortung übernehmen muss. Darüber werdet ihr im Blog einiges lesen können! Aber ich schweife schon wieder gerne ab …

Zurück zum Thema. Neben unserer Tierliebe war die Erkenntnis ausschlaggebend, dass wir dringend mehr Bewegung brauchten. Freiwillig würden wir uns in unserer Freizeit aber kaum vom Sofa erheben; nur wenn wir dies müssten … Und ein Wauzel muss ja schließlich raus! Mit uns. Drei Mal täglich. Für jeweils mindestens eine halbe Stunde. Wunderbar. Und das bei jedem Wetter. Nicht so wunderbar; aber Landseer kennen kein schlechtes Wetter! Hinzu kam, dass ich mich beruflich verändert hatte und nun als Freiberufler Zuhause arbeiten würde. Somit war sichergestellt, dass der Hund nicht (fast nie) alleine wäre. Klar war damit auch, dass ich die Hauptlast zu tragen hätte. Kein Problem tönte ich und erklärte mich dazu bereit. Denn ich hatte mir schön ausgemalt, wie das Zusammenleben vom Wauzel und mir funktionieren würde …

Ich wollte einen großen Hund! Als Kumpel gewissermaßen. Wir würden zusammen spazieren gehen und uns prächtig vertragen. Ich könnte während unserer täglichen Ausflüge über meine Arbeit und Gott und die Welt sinnieren, er macht seine Geschäfte, schnuppert hier und da und stromert ansonsten neben mir her. Ich wollte einen ruhigen Hund, nicht zu lebhaft, weil ich ja auch eher gemütlich bin. Meistens jedenfalls. So ähnlich stellte ich mir auch den Hund vor: Aktiv, wenn ich mit ihm spielen oder ihn knuddeln wollte und faul, während ich arbeitete. Mein erster Gedanke war: ein Neufundländer! Wollte ich immer schon haben. Trotzdem kauften wir ein Buch über Hunderassen; zusätzliche Informationen können nie schaden. Wir schauten uns vor Ort auch Neufiwelpen an, aber der Züchter überzeugte uns nicht. Inzwischen hatten wir aber auch andere, große Hunderassen entdeckt und ich liebäugelte mit einem Irischen Wolfshund; doch die geringe Lebenserwartung dieser Rasse, auf die Silke mich hinwies, schreckte uns letztendlich ab. Leonberger sind auch schön! Und Landseer entdeckten wir auch beim Stöbern in unserem Hunderassenbuch. Und für beide letztgenannten Rassen gab es Züchter in relativer Nähe. Also vereinbarten wir Termine – den beim Landseerzüchter zufälligerweise zuerst. Und dann sahen wir Holmes …

Nun folgen, natürlich, die unvermeidlichen Anmerkungen und Ergänzungen von Silke zu meinem Text:

Ja klar, sofort!

Der Text meines lieben Göttergatten ist nämlich ein gutes Beispiel dafür, wie uns unser Gedächtnis und unser Erinnerungsvermögen im Laufe der Zeit gerne den ein oder anderen Streich spielt. Darüber gibt es ja viele sehr interessante Untersuchungen, wie z.B. Verdrängungsmechanismen funktionieren, wie man sich nur an das erinnert, an was man sich erinnern möchte, und – auch sehr spannend – wie man sich Erinnerungen im Laufe der Zeit passend zurechtlegt. Eine Abhandlung dazu würde auf dieser Seite aber nun wirklich viel zu weit führen. Hier findet ihr jedoch einen interessanten Artikel dazu.

Als ich Ralph endlich davon überzeugt hatte, dass ein Hund gut zu uns passen würde, wollte ich eigentlich einen Berner Sennenhund. Ich hatte da „Aldo“ in lebhafter Erinnerung. Ein prächtiger und total lieber Bursche, der einem früheren Freund gehörte. Aber irgendwie (ich weiß bis heute eigentlich nicht genau warum) war Ralph da auf einem anderen Weg. Er wollte einen großen Hund.  Der Berner war ihm nicht groß genug. Nun ja.

Ralphs Erinnerung trügt ihn an der Stelle, wo er das Zusammentreffen mit Holmes und die Entscheidung für den Landseer beschreibt. Die Vorstellung, wir hätten Holmes gesehen, und uns in just diesem Moment erst für einen Landseer entschieden, ist zwar sehr romantisch (und es wäre bestimmt auch so gewesen), aber tatsächlich hat es sich doch ein wenig anders zugetragen.  Wir besuchten „unsere“ Landseer-Züchter im Spätsommer 2005, nachdem ich diese Hunderasse durch Zufall im Internet entdeckt hatte. Beeindruckt hatte ich mich das Foto von einem auf einer Hauseingangstreppe sitzendem kleinen Kind, neben dem  rechts und links jeweils einer dieser riesigen weiß-schwarzen Hunde saß, und vor ihm auf dem Boden lag auch noch einer. Das war ein so tolles Bild, dass ich sofort nach dieser Rasse weitersuchte und auf diesem Wege auf den Zwinger „vom Deistertal“ stieß.  Und dann habe ich da einfach angerufen und gefragt, ob wir mal vorbei kommen dürfen. Klar, durften wir.

Wir lernten zuerst die Hündinnen kennen – die ich schon ziemlich groß fand – und als wir Kaffee trinkend im Garten saßen gesellte sich dann auch der Rüde dazu. Askim. Ein wirklich riesiger Hund und eine wahre Schmusebacke. Askim legte seinen Kopf auf Ralphs Arm, und spätestens da war es um meinen Göttergatten geschehen. Es war also nicht erst Holmes selbst, der uns überzeugte, sondern vorher schon sein Vater, und seine Mutter Alessa. Trotzdem haben wir uns nicht sofort entschieden, sondern zuerst auch noch eine Züchterin von Neufundländern besucht, die auch gerade noch Welpen hatte. Aber dazu schreibt Ralph ganz richtig, dass wir dort kein so gutes Gefühl hatten.  Und dann haben wir uns eben für einen Landseer entschieden. Erst danach, Anfang Dezember, haben wir dann den Wurf angeschaut und uns Holmes ausgesucht. (Romantisch war‘s natürlich trotzdem – es ist schon ein sehr anrührender Moment, wenn einem so eine handvoll Hund auf den Arm krabbelt und dann dort zufrieden einschläft.)

Natürlich gab es auch kritische Stimmen zur Anschaffung eines Hundes:
Hast Du Dir das auch gut überlegt?
Du machst Dich so abhängig, kannst nicht mehr spontan irgendwohin verreisen …

Ja sicher, es gibt wahrscheinlich ein paar gute Gründe, warum Menschen nicht mit Hunden zusammen leben. Für mich gibt es aber vor allem ganz viele Gründe, die ganz klar für ein Leben mit Hunden sprechen. Ich mag sie einfach. Sehr sogar. Sie vermitteln so viel Lebensfreude, Fröhlichkeit, gute Laune. Sie lassen sich großartig beobachten. Sie sind Spiel- und Sportkameraden, listige Schauspieler, freche Diebe und raffinierte Täuscher.  Und sie spiegeln uns, ganz gnadenlos, mit all unseren kleinen und großen Schwächen, sind also auch großartige Lehrmeister. Als wir über einen Hund nachdachten, wollten wir einfach einen Mitbewohner, der uns zwingt, öfter mal raus an die frische Luft zu gehen. Wir wollten einen ruhigen, unkomplizierten Kameraden. Jetzt haben wir zwei sehr aufgeweckte und stürmische Vier-Personen-Hunde, die uns vor allem fordern, uns aber auch immer wieder zum lauten Lachen oder einfach zum Schmunzeln bringen. Es ist schön, so wie es ist. Und ich möchte dieses Leben auf gar keinen Fall gegen „Unabhängigkeit“ eintauschen.

Weil ich unsere „Kleinen“ wirklich in all ihren Facetten verstehen möchte, beobachte ich sie nicht nur, wann immer sich die Gelegenheit ergibt. Ich lese auch sehr viel über Hunde, was eine ewige Quelle für freundliche Lästereien meines Göttergatten darstellt, der mich dann gerne abwechselnd mit „Frau Doktor“ oder „Frau Psychologin“ tituliert, wenn ich etwas interessantes von mir gebe, was ich gerade irgendwo gelesen habe. Naja, wenn’s ihm Spaß macht … ;-)

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Kommentare

  1. Das unterschreibe ich. Ich habe ja auch zwei so Verrückte hier rumwuseln. :-) Ich sag ja immer, wenn z. B. das Argument mit dem in Urlaub fahren kommt, dass das ein oder zweimal 3 Wochen oder so pro Jahr sind, es aber jeden Tag, wenn ich nach Hause komme, wie Urlaub ist, wenn die beiden mich begrüßen.
    (Man kann ja auch mit Hunden gut Urlaub machen, hier ist eher das Argument mit Urlaubszielen gemeint, die mit Hund nicht so ohne weiteres zu erreichen sind.)

    • Silke meint::

      Genau, recht hast Du.
      Aber mal davon abgesehen: Wir würden ohne unsere Hunde sowieso gar nicht in Urlaub fahren wollen. Wäre dann für uns kein Urlaub – ohne die Fellbündel. ;)

  2. nina - die hundetante gewissermaßen meint::

    Wie schööön, das nochmal nachzulesen – und jetzt ist er schon so ein Riese! Und hat das Monchen an seiner Seite und eine beeindruckte „Cousine“ – jedsmal wenn wir Euch mal besuchen kommen!

Sitz! und gib Laut:

Bitte frei Schnauze - keine Pfote vor die selbige nehmen!

Rechtschreibfähler werden hier freundlich icknoriert und wechgewedelt!

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